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Die Geschichte der Kathedrale von Chartres

Bei Ihrem Besuch der Kathedrale werden Sie überrascht sein von der außergewöhnlichen architektonischen Einheit des Bauwerks. Zwischen 1134 und 1260 erbaut und in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen, ist sie die vollständigste und am besten erhaltene der gotischen Kathedralen. Von Feuersbrunst zu Rekonstruktion ist ihre Geschichte außerordentlich bewegt und reich, und Sie werden die Willenskraft der Bewohner und der Bischöfe bewundern, die sie jedesmal wieder aufgebaut haben!

 

Das Zeitalter der ersten Kathedralen

Schon zu frühen Zeiten, als Gallien noch römisch war, wurde die Stadt Chartres evangelisiert und ab dem 4. Jahrhundert zum Bischofssitz. Es wird angenommen, dass das erste Bauwerk, von dem keine Spur mehr besteht, aus dieser Zeit stammte. Im Jahr 858 wurde diese erste Kathedrale von den Wikingern zerstört, jedoch sofort wieder neu errichtet. Von diesem Bau besteht noch die Krypta Saint-Lubin. Im Jahr 876 schenkte Karl der Kahle der Stadt die "Tunika der heiligen Jungfrau" und machte Chartres damit zu einem wichtigen und angesehenen Pilgerort.

 

Die romanische Kathedrale

Am 7. September 1020 wurde die Kathedrale von einem Feuer zerstört. Bischof Fulbert ließ daraufhin eine neue errichten, größer noch als ihre Vorgängerin, von der uns die Hauptkrypta erhalten geblieben ist (1020 - 1024).

Im September 1134 wurde die Stadt Chartres von einer Feuersbrunst heimgesucht, die die Kathedrale verschonte; es wurden jedoch Häuser vor der Fassade in Mitleidenschaft gezogen, wodurch die Möglichkeit gegeben war, eine neue Fassade zu errichten und das Kirchenschiff deutlich zu verlängern.  Der Grundstein zum Nordturm wurde in dieser Zeit gelegt. Ab 1145 nahm man den Bau des Königsportals sowie des südlichen Turms ("alter Glockenturm") in Angriff.  Die Fassade wurde gegen 1150 fertiggestellt und der Südturm etwa 1170.

 

Die gotische Kathedrale

Im Juni 1194 zerstört ein Brand das bestehende Gebäude und den Dachstuhl, nur die Krypta und ein Teil der Westfassade bleiben intakt. Nachdem die Reliquie verloren geglaubt war, wurde sie widergefunden: die Geistlichen der Kathedrale hatten sie gerettet, indem sie sie in der Krypta verbargen. Bischof Renaud de Mousson, ein Cousin des Königs Philippe Auguste, beschloss daraufhin, einen Bau von außergewöhnlichem Ausmaß in Angriff zu nehmen: die Kathedrale von Chartres wird zu einer der ersten großen gotischen Kathedralen. Die Baustelle vereint mehrere absolute Rekorde in sich. 1221 ist der Rohbau fertiggestellt. Es hatte nur ein Vierteljahrhundert gedauert, um diese Wunderwerk mit seinen Skulpturen (hauptsächlich am Portal und an den Gewölben des Querschiffs) fertigzustellen. Die Mehrzahl der Glasfenster stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Die Kathedrale wurde 1260 eingeweiht.

Im 14. Jahrhundert wurde die Kapelle Saint-Piat an der Apsis errichtet und im 15. Jahrhundert die Kapelle Vendôme an der Südseite. Der Nordturm im spätgotischen Stil wurde im 16. Jahrhundert hinzugefügt.

 

18. und 19. Jahrhundert

Der Lettner (eine Abtrennung zwischen Chor und Kirchenschiff) wurde im 18. Jahrhundert zerstört und nicht viel später wurde der Chor völlig umgestaltet. Damals wurde auch die Marmorstatue, die Mariä Himmelfahrt darstellt, aufgestellt.

Das Gebälk wurde durch ein Gebälk aus Eisen ersetzt und mit Kupfer abgedeckt, das sehr schnell Grünspan ansetzte.